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Aktuelles aus den Instituten

Stand: November.2019


Wartezeiten

Wegen Institutsschließungen in der Umgebung bestehen leider in beiden Instituten längere Wartezeiten auf den Therapiebeginn. Gruppen – Bewegungstherapie in Wien 11 ist meist ohne Wartezeit möglich.
Wenn medizinisch erforderlich, ist jedoch ein kurzfristiger Therapiebeginn möglich!

Aktuelles aus der Medizin

Stand: November.2019



Beeinflussung der Muskelaktivität von Unterarm und Schultergürtel durch verschiedene Computer - Eingabegeräte („Mäuse”) am Arbeitsplatz

Menschen, die regelmäßig sitzend am Computer tätig sind, klagen vermehrt über Schmerzen in Arm-, Schulter- und Nackenbereich. Diese führen durch muskuläre Verkettungen und Muskelengpassyndrome auch häufig zu Kopfschmerz, Schwindel, Ohrgeräuschen oder Kribbelgefühl in den Armen.

Schon bisher hatte sich in Untersuchungen gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen chronischen Schmerzen im Nacken- und Schultergürtelbereich und Tätigkeit am Computer besteht. Ursache ist unter anderem eine Kombination aus monotonen Bewegungen, unphysiologischer Körperhaltung und länger andauernder Belastung.

An der Klinik für Rehabilitationsmedizin an der medizinischen Hochschule in Hannover wurde nun eine Untersuchung mit 34 beschwerdefreien Teilnehmern zwischen 18 und 65 Jahren mit mindestens 6- monatiger beruflicher PC- Erfahrung durchgeführt. Mittels eines höhenverstellbaren Bürostuhls wurde eine genormte Sitzpostion am Schreibtisch eingestellt.

Die Teilnehmer mussten einerseits mit einer Standard-Maus und andererseits mit 6 verschiedenen ergonomisch geformten Mäusen 2 Tests durchführen - „Anklicken und Nachfahren” sowie „Scrollen” durch ein 4- seitiges Dokument. Dabei wurde mittels Oberflächen-EMGs die Aktivität in verschiedenen Arm-, Schulter- und Nackenmuskeln gemessen.

Außerdem füllten am Ende alle Teilnehmer einen Fragebogen zur subjektiven Bewertung der einzelnen ergonomischen Mäuse aus (Hinsichtlich Arbeitseffektivität, Komfort und Handgefühl, Eingewöhnungseinschätzung und Beurteilung des Bedienprinzips).

Mit der Standard-Maus war in beiden Tests in allen Muskeln die höchste Muskelaktivität zu beobachten.

Bei den ergonomischen Mäusen fand sich in allen Muskeln eine deutlich reduzierte Muskelaktivität (von bis zu 65%) mit deutlichen Unterschieden in den einzelnen Muskeln.

In den Fragebögen wurden die verschiedenen Mäuse sehr unterschiedlich bewertet. Es zeigte sich, dass die im Alltag am weitesten verbreitete (und damit die gewohnteste) Geräteform die besten Bewertungen erhielt - oft im Gegensatz zu der Muskelaktivität im EMG!
Vermutlich sind Computernutzer durch die Dominanz der herkömmlichen, flachen Computer-Maus am deutlichsten daran gewöhnt und empfinden sie als vertraut und als wenig belastend. Durch die jahrelange Anwendung ist eine Kompensation der ungünstigen Ergonomie eingetreten: die Muskulatur hat sich in ihrem Trainingszustand auf die Belastung eingestellt, trotz der eigentlich höheren Belastung - eben mit der Folge von häufigen Beschwerden.

Ergonomische Mäuse sind zwar anfangs ungewohnt und werden teilweise als unkomfortabel beurteilt. Kurz- oder mittelfristig lohnt es sich aber umzulernen und umzusteigen. Nackenverspannungen oder myofasziale Überlastungen des Unterarms können dadurch reduziert oder auch vorgebeugt werden.

Quelle: Physikal.Medizin RehabMedizin und Kurortmedizin 3/2019, 140 – 146, J.Sturm, F.Brockhaus et al, Med.Hochschule Hannover, Klinik für REhabilitationsmedizin